Start frei für 13 Milliarden Euro-Banknoten
Frankfurt - Der Druck der
Euro-Banknoten ist angelaufen. Wie die Europäische Zentralbank (EZB) gestern,
genau 900 Tage vor Einführung des Euro-Bargeldes, mitteilte, hat der Druck
von Scheinen in Deutschland, Belgien, Italien, Spanien und Holland begonnen.
Insgesamt werden 13 Milliarden Banknoten gedruckt. Davon werden neun
Milliarden am 1. Januar 2002 die nationalen Geldscheine ersetzen. Vier
Milliarden werden vorgehalten. Der Gesamtwert der Noten wird sich auf 600 Milliarden
Euro belaufen. Aneinandergereiht ergäbe dies die zweifache Strecke von der Erde
zum Mond und zurück. Die Euro-Münzen werden bereits seit Mai 1998 produziert.
Bislang seien acht Prozent der erforderlichen Menge geprägt. Insgesamt müssen
56 Milliarden Euro-Münzen mit einem Gesamtgewicht von 250 000 Tonnen
geprägt werden.
Wie EZB-Präsident Wim Duisenberg gestern weiter sagte, habe
der Euro mittelfristig ein klares Aufwertungs-Potential. Nach der Ankündigung
kletterte der Wert des Euro am Nachmittag auf Kurse von 1,0250 (Vortag:
1,0168) Dollar. Zu Beginn des Jahres hatte der Euro allerdings noch 1,18 Dollar
gekostet. Duisenberg begründete seinen Optimismus vor allem mit der
Preisstabilität des Euro und der Erwartung, daß die Wirtschaft im Euro-Raum
zum Jahresende wieder stärker wachsen werde. "Alle Signale weisen auf
einen Wendepunkt hin." Vor allem im nächsten Jahr sei mit einer deutlichen
konjunkturellen Erholung zu rechnen.
Obwohl die EZB in den nächsten Monaten ausgehend von
steigenden Energiepreisen eine leichte Teuerungszunahme erwarte, äußerte sich
Duisenberg zur künftigen Preisentwicklung optimistisch. Die Inflationsrate dürfte
unter dem Wert von zwei Prozent bleiben. Allerdings sei eine Neueinschätzung
der Lage nötig, sollte die Nachfrage nach Krediten durch Unternehmen und
Verbraucher und damit das Geldmengenwachstum weiter zunehmen. "Allmählich
beginnt sich eine leicht härtere Tendenz in unsere zinspolitischen Überlegungen
einzuschleichen."
Unterdessen warf gestern der Wirtschaftsprofessor Wilhelm
Hankel den EU-Finanzministern die Verharmlosung der Euro-Schwäche vor. Die
Finanzminister seien "ein Teil der Sünder, die von ihren eigenen
Verfehlungen ablenken wollen". Der Euro sei darauf angewiesen, daß in den
elf Staaten eine stabile Finanzpolitik gemacht werde. "Das fehlt
aber." Auch Duisenberg mahnte eine Konsolidierung der Finanzen an.
(Quelle: Hamburger Abendblatt))
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